ERHARD TRITTIBACH, LIC. THEOL.
LEHRANALYTIKER ISAPZURICH
PSYCHOTHERAPEUT ASP/SGAP
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TRAUER

Im Verlaufe unseres Lebens werden wir mit dem Thema Abschied und Tod konfrontiert, manche schon als Kind, andere erst im Erwachsenenalter.
Wenn es uns ganz persönlich trifft und wir einen geliebten Menschen verlieren, ist dies meist eine sehr schwierige Erfahrung, die unser Leben völlig auf den Kopf stellt.

Sich von einem Menschen zu verabschieden ist ein langsamer und lang andauernder Prozess. Wir benötigen Zeit, bis wir die Trauer überwinden und die Endgültigkeit der Trennung akzeptieren.

Leider hat die westliche Gesellschaft das Sterben und den Tod aus dem Alltagsleben verdrängt. Früher haben Trauerbräuche und Rituale eine stabilisierende und sinnstiftende Rolle gespielt. Diese fehlen heute meist.
Unsere Trauerkultur hat sich verändert. Der offene Ausdruck von Schmerz, Wut und Verzweiflung über den Verlust eines nahe stehenden Menschen wird von der Umgebung eher mit Unverständnis aufgenommen.
Deshalb versuchen viele Trauernde ihre Gefühle zu verdrängen. Durch Ablenkung oder mit Hilfe von Tabletten und Alkohol, versuchen manche der schwierigen Trauerarbeit zu entfliehen.
Dabei ist Trauer notwendig, um den Verlust seelisch zu verarbeiten. Das Ziel des Trauerprozesses ist der endgültige innere Abschied von dem Verstorbenen, die Annahme des Verlustes und die Bereitschaft, sich wieder dem Leben zuzuwenden.

Der Trauerprozess läuft in verschiedenen Phasen ab, die durch unterschiedliche Gefühle und Gedanken gekennzeichnet sind:

Nicht –Wahrhaben -Wollen
Der Tod eines Menschen schockiert immer, auch wenn er nicht unerwartet kommt. Viele Trauernde sind wie erstarrt, verstört und apathisch.
Das Geschehene wird noch nicht erfasst, man leugnet es ab, man kann und will es nicht glauben.
Manchmal treten auch körperliche Reaktionen auf: Schlaflosigkeit, Herzrhythmusstörungen, Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen.
Diese Phase kann Tage, aber auch mehrere Wochen dauern, vor allem wenn ein Todesfall plötzlich und unerwartet eingetreten ist.

Aufbrechende Gefühle
In dieser Phase werden unterschiedlichste Emotionen wie Wut, Zorn, Angst, Hilflosigkeit, Einsamkeit und Verzweiflung erlebt.
Manchmal setzt die Suche nach einem "Schuldigen" ein, z.B. Ärzte, Pflegepersonal, evtl. dem Unfallverursacher oder Menschen, die dem Verstorbenen sein Leben schwer gemacht haben. Das Gefühl von Hass kann sich entwickelten.

Besonders schwierig und ein großes Tabu ist es, wenn sich die Wut gegen den Verstorbenen selbst richtet. Vielleicht hat dieser durch einen ungesunden Lebenswandel (Rauchen, Alkohol, riskante Sportarten) zu seiner Erkrankung beigetragen, die zu seinem Tod geführt hat? Gerade aber das Zulassen von aggressiven Gefühlen kann helfen, nicht in Depressionen zu versinken.

Viele Trauernde werden auch von grossen Schuldgefühlen heimgesucht. Sie machen sich meist unberechtigte Vorwürfe, dass sie dem Verstorbenen nicht helfen konnten oder ihn nicht liebevoll und gut gepflegt haben.
Einige Trauernde quälen sich auch mit dem Gedanken, dass manche Dinge in der Beziehung ungesagt geblieben sind, manche Sachen nicht zu Ende gebracht werden konnten. Besonders belastend können solche Selbstanklagen sein, wenn der Tod in einer Streitphase in der Beziehung eintrat.
Schliesslich spielt auch Angst eine Rolle. Existenzsorgen und die Unsicherheit bezüglich der eigenen Zukunft ohne den Verstorbenen, stürzen die Trauernden oft in Verzweiflung.
Nur wenn all diese Emotionen erlebt und zugelassen werden, kann der Trauerprozess voranschreiten.

Langsame Neuorientierung
Der Trauernde findet sich langsam mit dem Verlust ab. Es ist eine Zeit der Erinnerungen an den Verstorbenen. Der Betroffene denkt an die schönen, wie auch enttäuschenden Erfahrungen, die er in der Beziehung erlebt hat.
Die belastenden Gefühle verlieren langsam an Intensität. Irgendwann entwickelt sich nun ein zunehmendes inneres Akzeptieren des Verlustes. Die Realität wird erkannt: der Verstorbene wird nie wiederkehren und das Leben muss nun ohne ihn weitergehen .

Neues inneres Gleichgewicht
Der Trauernde empfindet ein neues seelisches und körperliches Gleichgewicht. Er wird wieder aktiv und beginnt seinen Blick auf die Zukunft zu richten.
Neue Beziehungen, neue Verhaltensmöglichkeiten und neue Lebensstile sind nun möglich. Die Einstellung zu sich selbst und zu den eigenen Fähigkeiten hat sich verändert.

Dies ist ein " normaler" Verlauf der Trauer. Es kann aber auch zu Störungen des Trauerprozesses kommen, so dass eine krankhafte Trauerreaktion entsteht, nämlich dann, wenn negative Gefühle übermäßig intensiv oder über einen ungewöhnlich langen Zeitraum hinweg auftreten.
Sicherlich kommt es zeitweise zu Rückschlägen, aber normalerweise sollte die Trauerarbeit nicht länger als 3 Jahre dauern.
Allerdings gibt es Gründe, warum sich dies auch verzögern kann, z.B. bei Selbsttötung, einem Unfall oder dem Tod eines Kindes.

In manchen Fällen wird es daher notwendig sein, psychotherapeutische Hilfe zu suchen.
In der Psychotherapie erhält der Trauernde Unterstützung darin, mit den Gefühlen des Schmerzes, der Wut oder auch der Schuld in Kontakt zu kommen, diese Gefühle zuzulassen und zu bewältigen.
Im Verlauf der Behandlung werden die einzelnen Phasen des Trauerprozesses noch einmal durchlebt und so eine Überwindung des Verlustes ermöglicht. Dies kann für den Trauernden sehr schmerzhaft sein, aber es wird ihm helfen sich wieder dem Leben zuzuwenden.

 


Ich bin gerne bereit Sie bei Ihrem Trauerprozess zu begleiten.
Sie dürfen sich gerne bei mir für ein unverbindliches Erstgespräch anmelden.



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